10 konkrete Wege für umweltfreundlichere Arbeitskleidungseinkäufe
Der Kauf von Arbeitskleidung ist selten eine kleine Entscheidung. Für öffentliche Organisationen geht es um Betriebssicherheit, Wirtschaftlichkeit, Arbeitsschutz – und zunehmend auch um Umwelt- und Klimaverantwortung.
Aber was bedeutet umweltfreundlichere Arbeitskleidung in der Praxis wirklich? Und wo ist der größte Effekt zu erzielen, wenn Anforderungen gestellt werden?
Bei Nybo Workwear empfehlen wir, dass öffentliche Einkäufer insbesondere die folgenden zehn Punkte berücksichtigen. Sie sind einfach umzusetzen, leicht in Ausschreibungen einzubringen – und sie machen in der Praxis einen echten Unterschied.
1. Wählen Sie Kleidung, die oft verwendet werden kann – und lange genutzt wird
Der effektivste Weg, die Umweltbelastung von Textilien zu reduzieren, besteht darin, ihre Lebensdauer zu verlängern. Je öfter ein Kleidungsstück verwendet werden kann, desto geringer ist die Umweltbelastung pro Nutzung.
Stellen Sie daher Anforderungen an die Haltbarkeit, Abriebfestigkeit und erwartete Lebensdauer der Kleidung. Lassen Sie sich vom Waschdienstleister dokumentieren, für wie viele Wäschen und Nutzungen die Kleidung ausgelegt ist. Gleichzeitig lohnt es sich, zu überdenken, wann Kleidung aussortiert wird. Oft lässt sich die Lebensdauer mit dem richtigen Ansatz erheblich verlängern.
2. Stellen Sie Anforderungen an Reparatur statt Austausch
Das Reparieren von Kleidung ist deutlich ressourcenärmer als die Neuproduktion. Der Austausch von Reißverschlüssen, Knöpfen oder Nähten – oder das Aufnähen von Flicken – verursacht einen deutlich geringeren Umweltfußabdruck als das vollständige Ersetzen der Kleidung.
Durch Anforderungen an systematische Reparaturen kann die Lebensdauer erheblich verlängert werden, während gleichzeitig sowohl die Umweltbelastung als auch die Kosten reduziert werden.
3. Kaufen Sie nur die Textilien, die tatsächlich benötigt werden
Überkonsum beginnt oft beim Einkauf. Überlegen Sie, ob saisonal getrennte Kollektionen wirklich nötig sind oder ob dieselbe Arbeitskleidung das ganze Jahr über verwendet werden kann.
Durch die Reduzierung der Menge unterschiedlicher Textilien und Varianten werden Produktion, Lagerbindung und die gesamte Umweltbelastung verringert – ohne Kompromisse bei der Funktionalität einzugehen.
4. Wählen Sie Textilien in hellen Farben
Die Farbauswahl hat größere Auswirkungen, als viele denken. Die Produktion dunkler Textilien erfordert deutlich mehr Chemikalien als helle.
Beispielsweise benötigt Dunkelrot oder Bordeaux mehr als das Dreifache an Farbstoff im Vergleich zu Hellblau. Durch die Wahl heller Farben können der Chemikalienverbrauch – und damit die Umweltbelastung – deutlich reduziert werden.
5. Bieten Sie den Nutzern weniger Auswahlmöglichkeiten
Et breites Sortiment kann attraktiv erscheinen, doch viele Varianten bedeuten oft größere Lagerbestände, mehr Sonderproduktionen und mehr Verschwendung.
Indem stattdessen auf wenige, gut getestete Styles mit hoher Funktionalität gesetzt wird, kann die Gesamtzahl produzierter Kleidungsstücke reduziert werden – und gleichzeitig werden die Arbeitsabläufe für Nutzer und Verwaltung vereinfacht.
6. Wählen Sie Textilien mit umweltfreundlicheren Fasern
Der Faseranteil hat großen Einfluss auf den gesamten Umweltfußabdruck eines Textils. Fasern wie recyceltes Polyester und TENCEL™ (Lyocell) können die Umweltbelastung in der Produktion im Vergleich zu konventionellen Alternativen um bis zu 50 % reduzieren.
Stellen Sie daher Anforderungen an die Materialauswahl und wählen Sie Textilien, bei denen der Faseranteil aktiv zu einer geringeren Umweltbelastung beiträgt.
7. Wählen Sie Textilien mit der richtigen Kombination von Zertifizierungen
Zertifizierungen können komplex sein, aber sie sind ein wichtiges Werkzeug. Den größten Effekt erzielt man durch die Kombination von Zertifizierungen auf mehreren Ebenen:
- Produktebene (z. B. Chemikalientests wie OEKO-TEX Standard 100)
- Produktionsebene (z. B. Umwelt- und Arbeitsschutzanforderungen in Fabriken wie OEKO-TEX STeP)
- Markenebene (z. B. Due-Diligence und Verantwortung in der Wertschöpfungskette wie Grüner Knopf)
Diese Kombination stellt sowohl die Abwesenheit gesundheitsgefährdender Chemikalien sicher als auch dokumentierte Maßnahmen zur Reduzierung der Umweltbelastung in der gesamten Wertschöpfungskette.
8. Verzichten Sie auf Logos auf der Kleidung
Bestickte oder aufgedruckte Logos machen es schwierig – oder sogar unmöglich –, Arbeitskleidung wiederzuverwenden. Oft endet sonst noch brauchbare Kleidung als Abfall.
Durch den Verzicht auf Logos kann Kleidung leichter recycelt, wiederverwendet oder länger genutzt werden, was die Menge an Textilabfällen erheblich reduziert.
9. Wählen Sie Kleidung mit möglichst wenig Zubehör
Jede zusätzliche Tasche, jeder Knopf oder Reißverschluss benötigt Ressourcen wie Kunststoff, Öl und Energie. Zubehör kann bis zu 5 % der gesamten Umweltbelastung eines Textils ausmachen.
Durch die Wahl einfacher Designs ohne unnötiges Zubehör lässt sich die Umweltbelastung reduzieren – oft ohne Kompromisse bei der Funktionalität einzugehen.
10. Stellen Sie Anforderungen an das Umweltengagement des Lieferanten
Die Umweltbelastung der Arbeitskleidung endet nicht beim Produkt selbst. Wäscherei und Hersteller spielen eine zentrale Rolle – auch in der Nutzungsphase und bei Nachbestellungen.
Stellen Sie daher Anforderungen, dass Lieferanten ihr Umweltengagement dokumentieren können, z. B. durch CO₂-Bilanzen und Reduktionsziele. Wenn der Gesamteinfluss des Lieferanten reduziert wird, verringert sich auch Ihrer.
Kleine Entscheidungen – große Wirkung
Umweltfreundlicher Einkauf von Arbeitskleidung hängt nicht von einer einzelnen Entscheidung ab, sondern von vielen wohlüberlegten Maßnahmen in Kombination.
Durch systematisches Arbeiten mit diesen zehn Punkten können öffentliche Einkäufer konkrete Verantwortung übernehmen – ohne Kompromisse bei Qualität, Funktionalität oder Wirtschaftlichkeit einzugehen.
Bei Nybo Workwear unterstützen wir gerne dabei, Ambitionen in die Praxis umzusetzen.